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Bert Heidekamp

Was sind AWARDS?

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Was sind AWARDS?

Qualitätsauszeichnungen, auch bezeichnet als „Quality Awards“ dienen zur Anerkennung, aber auch zur Förderung der Bemühungen um die Qualität der angebotenen Produkten und Dienstleistungen. Jedoch ist die Verleihung von Awards und Testsiegeln zunehmend inflationär, so dass eine Orientierung für Unternehmen und Kunden schwerer wird.

 

Vorteil eines AWARD

Mit Auszeichnungen dieser Art werden besonders hervorragende Leistungen dargestellt, wonach sich u.a. Kunden gerne orientieren. Für die Unternehmen können diese Auszeichnungen mit einem erheblichen Prestigegewinn verbunden sein. Zudem hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die damit verbundenen Bewertungskriterien auch eine Orientierungshilfe für die Unternehmen darstellen und sich nicht selten auch ein gewisser Standard sich daraus bilden kann.

 

Nachteile von AWARD

Mit der Zunahme von Siegeln und Awards weichen oft die Testkriterien innerhalb einer Branche zunehmend ab, da jeder Anbieter eines AWARDS sich behaupten möchte. Unternehmen nutzen zu den eigenen Werbezwecken natürlich nur die AWARDS, mit den besten Auszeichnungen. Für Kunden aber auch für Unternehmen können die zunehmenden Siegel- und Award-Angebote eine Orientierungslosigkeit bedeuten, bis hin zur inneren Ablehnung. Die Kriterienunterschiede die zu einer differenzierten Qualitätsbewertung führen, können nur noch selten von Kunden werthaltig zugeordnet werden, um feststellen zu können, was wirklich für die einzelne Person noch wichtig ist. Somit sind Vergleiche, Auszeichnungen oder Ratings immer subjektiv zu betrachten. Denn für den einen kann das eine oder andere Bewertungskriterium mehr oder weniger wichtiger sein. Es fehlt jedoch oft an einem Sachverstand und an Erfahrung um hier wichtige Ansatzpunkte setzen zu können.

 

Mischformen von AWARDS

Je nach Siegel, Auszeichnung oder AWARD spielen zunehmend unterschiedliche Merkmale/Kriterien eine Rolle die vermischt sein können. Das sind z. B. Merkmale oder Kennzahlen zur: Unternehmenspolitik, Organisation von Antrag-, Vertrags- und Leistungsabteilungen, Informationskenntnisse (z.B. eigene Statistiken), zum Personalstand (in Anzahl und Ausbildung), zu Unternehmens-Ergebnisse und Kennzahlen, oder Versicherungsprämien und Versicherungsbedingungen. So gibt es Ratings und Auszeichnungen die sich ausschließlich nur auf Versicherungsprämien konzentrieren oder teilweise von 50% bis 80% bei der Gesamtbewertung Berücksichtigung finden.

 

Abhängigkeiten

Je nach Ratingunternehmen könnten auch Abhängigkeiten entstehen. Denn ein Ratingunternehmen lebt im Allgemeinen von dem Verkauf der Siegel und den Auszeichnungen oder im Zusammenhang mit bestimmten Vertriebskanälen. So bilden sich zunehmend besonders bei benachteiligten Unternehmen auch ablehnende Einstellungen und Kritik gegenüber den Ratern und deren Auszeichnungen. Denn sehr gute Produkte erhalten nicht immer die gleiche Wertschätzung, insbesondere dann nicht, wenn es Qualitätsmerkmale gibt, die nicht berücksichtigt wurden, aber erheblich im Nutzen sein können. In den Ratings können somit Testsieger enthalten sein, die den Wertestand anderer Produkte im gleichen Rating weit unterlegen sein können. Nicht selten hört man heut zu Tage, dass die Wertungsfragen so gestellt sind, dass auch ein höchstmöglicher Verkauf von Siegeln möglich ist. Das ist jedoch nicht beleg- oder beweisbar. Es ist somit eine subjektive Wahrnehmung. Jedes Rating führte jedoch in den letzten Jahrzehnten zu mehr Transparenz und Konkurrenzkampf, was auch den Kunden Vorteil brachte.

 

Medienpolitik und soziale Zukunft

Aufgrund der zunehmenden Vermarktung der Ratings über Printmedien in den letzten Jahrzehnten, wurden insbesondere die Prämien in den Fokus gerückt. Man findet so gut wie kein Rating oder Vergleich ohne Prämienberücksichtigung. Das hatte zur Folge, dass besonders preiswerte Produkte oft als Testsieger hervorgingen. Dadurch entsteht ein Druck auf alle Marktteilnehmer, was zur Folge hat, dass man immer weiter versucht die Prämien zu reduzieren, die Leistungen zu erhöhen oder beides. Die Tendenz über die Jahrzehnte zeigt jedoch, dass besonders auch leistungsschwache Tarife zunehmend besonders positiv bewertet wurden. Das kann dazu führen, dass bei einer Weiterführung dieses Systems es zu vielen Problemen führen kann. So könnten sehr gute Gesellschaften mit sauber kalkulierten Tarifen und sehr guten Bedingungen mit erheblichen Umsatzeinbußen konfrontiert werden, was zum Abbau von Personal bis hin zur Einstellung von Tarifen führen kann. Preiswerte Tarife die z. B. Leistungs-Ausschlüsse enthalten, oder wo es an wichtigen Definitionen fehlt, aber auch durch strenge Obliegenheiten es zu Leistungsablehnungen führen kann, würde dies nicht nur die mögliche Existenzgefährdung des Versicherten bedeuten, sondern gleichzeitig findet auch eine Verlagerung auf das Sozialsystem statt. Fehlen Einnahmen aus Versicherungen aufgrund von Leistungsablehnungen, kann es langfristig zur erheblichen Belastung des Sozialsystems führen.

 

Umso wichtiger ist es, die Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung wieder in den Vordergrund zu bringen. Das führt auch dann wieder dazu, dass das Verständnis zur Leistung wächst und die Prämie nicht mehr im Vordergrund steht und ein Wertgefühl für die Qualität eines Produktes sich wieder bilden kann. Das würde auch zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen führen, so dass damit die Produkt- und Servicequalität wieder an Bedeutung gewinnt.


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